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2025, Heft 3: Theologische Impulse zum Gebet

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  • Johannes Demandt: Beten – großes Vorrecht und schöne Aufgabe. Eine Anleitung zum Beten → English Summary
  • Carl Heng Thay Buschmann: Festhalten an der Klage als Akt der Hoffnung. Klagetheologische Überlegungen anhand der Hiobpredigten von Johannes Calvin → English Summary

Predigtwerkstatt

  • David Kröker: Handwerker findet Gott. Predigt zu Lukas 5, 1-11
  • Kommentar zur Predigt von David Kröker (Andreas Petker)

Zum Inhalt

Dieses Theologische Gespräch widmet sich einer Uräußerung des christlichen Glaubens und des Glaubens überhaupt – dem Gebet. Zwei Theologen aus unterschiedlichen Generationen werfen einen systematisch-theologischen Blick auf die Kommunikation zwischen Gott und Mensch.
Johannes Demandt, ehemaliger Dozent für Systematische Theologie an der heutigen Theologischen Hochschule Ewersbach, beschreibt das Gebet als ein großes Vorrecht und Geschenk Gottes. In seinem Beitrag werden Grundfragen des Betens behandelt, und zwar sowohl aus dogmatischer Perspektive als auch im Gespräch mit persönlichen Beobachtungen zur gegenwärtigen Gebetspraxis in freikirchlichen Gottesdiensten. Dabei entfaltet Demandt einerseits den theologischen Freiraum und den Geschenkcharakter des Gebets und formuliert andererseits theologische Anfragen an manche Gebetsformen und Gebetsinhalte, die in heutigen freikirchlichen Gottesdiensten begegnen können.
Carl Heng Thay Buschmann, Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Theologischen Hochschule Elstal, wirft einen Blick auf die Gebetstheologie Johannes Calvins, genau genommen auf Calvins Beitrag zum Klagegebet. Während Calvins Gedanken zur Klage auf den ersten Blick wie eine Ablehnung der Klage wirken können, zeigt Buschmann anhand der Calvinauslegung des 13. Psalms, dass Calvin einen positiven Zugang zur Klage hat. Und durch die Betrachtung der Hiobpredigten Calvins zeigt dieser Beitrag, wie Calvin die Klage einerseits an die Hoffnung bindet und andererseits von unangemessenem Jammern abgrenzt. Nicht zuletzt geht Buschmann dann den Konsequenzen für das Gottesbild Calvins in dieser Frage nach.
In der aktuellen Predigtwerkstatt liegt eine Predigt von David Kröker (ChristusForum im BEFG), Pastoralreferent und Leiter des Arbeitsbereiches Gemeindegründung und Evangelisation im ChristusForum Deutschland, vor. Sie basiert auf Lukas 5, 1-11 und handelt von der Berufungsgeschichte des Petrus. Und Andreas Petker (BFeG), Pastor und Berater des Praxisinstituts Evangelisation des BFeG, bespricht die Predigt in zugewandter und tiefgründiger Weise.
Allen Leserinnen und Lesern wünsche ich wertvolle Impulse aus der Lektüre dieses Heftes.
Maximilian Zimmermann (Schriftleitung)
 

Summaries

Johannes Demandt: Beten – großes Vorrecht und schöne Aufgabe. Eine Anleitung zum Beten: Praying is a privilege and a gift from God. The joyful realisation that communication between humankind and God is possible determines the biblical understanding of prayer. Prayer is a fundamental expression of faith that corresponds to listening to God. This article deals with fundamental questions of prayer, both from a dogmatic perspective and in dialogue with personal observations on current prayer practices in Free Church services. On the one hand, the theological freedom and gift character of prayer are examined, and on the other hand, theological questions about some forms and contents of prayer are formulated.

Carl Heng Thay Buschmann: Festhalten an der Klage als Akt der Hoffnung. Klagetheologische Überlegungen anhand der Hiobpredigten von Johannes Calvin: At first glance, Calvin’s contribution to lamentation appears to be a rejection of rebellion against God in lamentation. However, based on Calvin’s interpretation of Psalm 13 examined in this article, it becomes clear that Calvin does have a positive approach to lamentation. Furthermore, a consideration of Calvin’s sermons on Job shows that he does not argue against lament, but links it to hope and also distinguishes it from inappropriate complaining. As far as the image of God is concerned, Calvin reveals a tension between the idea of God as Provider and the idea of God as Rescuer from distress. In the sermons examined, Calvin does not deal with the question of suffering in abstract terms, but in the ‘language of a sufferer’.