Aufsätze
- Christoph Stenschke: "... um zu weiden die Gemeinde Gottes" (Apg 20, 28). Pastorale Metaphern in der Bibel und Leitung heute → English Summary
- Gert J. Steyn: "Kinder des Lichts" (Eph 5, 8) - im Lichte der Lichter von Ephesus → English Summary
Predigtwerkstatt
- Deborah Storek: "... wie auch wir vergeben". Predigt zu Matthäus 6, 12
- Kommentar zu Predigt von Deborah Storek zu Matthäus 6, 12 (Jonas Decker)
Zum Inhalt
Auslegungen biblischer Texte aus unterschiedlichen Perspektiven bringen immer wieder neue Schätze zutage. Seit den apostolischen Zeiten entwickeln sich die Methoden zur Auslegung der Heiligen Schriften weiter und erfüllen ihren Zweck: die Botschaft(en) der biblischen Worte in größtmöglicher Klarheit zu erhellen. Dabei hat jede Fragestellung bzw. jede Methodik ihre Stärken und ihre Schwächen. Dass man durch diverse Auslegungsansätze teilweise zu unterschiedlichen, vielleicht auch zu sich widersprechenden Ergebnissen kommt, darf nicht als Problem angesehen werden, sondern als Ansporn, die jeweilige Auslegung gut zu begründen und ins Gespräch zu bringen. Die eine richtige Auslegung gibt es nicht; im Glauben, mit Verstand und im Diskurs mit anderen muss man sich an die Wahrheit oder an die Wahrheiten herantasten. Dabei entdeckt man, dass die menschlichen und doch geistgewirkten Worte der Bibel deutlich in aktuelle Situationen hineinsprechen und Klarheit schaffen.
Den beiden Aufsätzen in diesem Heft liegt jeweils eine bestimmte exegetische Methodik zugrunde, die die biblischen Aussagen in ihrer Aktualität hervorhebt. PROF. DR. CHRISTOPH STENSCHKE, Dozent für Neues Testament an der Biblisch-theologischen Akademie in Wiedenest und Professor extraordinarius for New Testament and Related Literature an der University of Pretoria, untersucht in seinem Aufsatz ,,, ... um zu weiden die Gemeinde Gottes' (Apg 20, 28): Pastorale Metaphern in der Bibel und Leitung heute" mithilfe der traditionsgeschichtlichen Methodik den Hirtenbegriff im Alten und im Neuen Testament, um von den Ergebnissen her die aktuelle Engführung im Verständnis des pastoralen Hirtenamtes aufzubrechen. In seinem Artikel ,,,Kinder des Lichts' (Eph 5, 8) - im Lichte der Lichter von Ephesus" fragt PROF. DR. DR. GERT STEYN, Professor für Neues Testament an der Theologischen Hochschule Ewersbach, mit historischer Methodik nach dem Hintergrund des Epheserbriefes, um die Aussage in Eph 5, 8 neu zu verstehen. Fragen der Auslegung spielen auch beim Predigen eine entscheidende Rolle und spiegeln sich in der Predigtwerkstatt, die bewusst das Format eines Diskurses hat, wider. Hier liegt eine Predigt von DR. DEBORAH STOREK, Dozentin für Altes Testament an der Theologischen Hochschule Elstal, zur Vergebungsbitte im Vaterunser (Mt 6, 12) zugrunde, insbesondere der zweite Teil der Bitte: ,, ... wie auch wir vergeben." Kommentiert wird die Predigt von Pastor JONAS DECKER, Pastor in der Freien evangelischen Gemeinde, Christusgemeinde, in Aachen.
Michael Kißkalt (Schriftleiter)
Summaries
Christoph Stenschke: "... um zu weiden die Gemeinde Gottes" (Apg 20, 28). Pastorale Metaphern in der Bibel und Leitung heute: A reappraisal of the pastoral metaphors in the Bible is necessary, because the contemporary role of the pastor is often ambiguous and controversial. These metaphors describe God, leaders of Israel in the Old Testament and those of the New Testament church. The image picks up the reality of life of the original hearers. Even today, when rather softer connotations are perceived, the pastoral image contains strong and assertive aspects of leadership. This article compares and contrasts the somewhat romantic notions of pastoral service with biblical references concerning the real tasks of a shepherd, and draws out the tasks and character requirements of a church pastor today. The metaphor of the shepherd is still challenging and inspirational, but one should avoid an unreflected and exaggerated use of the metaphor.
Gert J. Steyn: "Kinder des Lichts" (Eph 5, 8) - im Lichte der Lichter von Ephesus: The term “children of light” was common in the ancient world. The letter to the Ephesians was written to the Ephesians (at the very least), and the saints there were urged to lead a way of life that was visibly different to the idolatry of their urban environment, where the veneration of various Phrygian, Egyptian, and Roman gods was practiced. In particular, the cult of the goddess Hestia involved fire and light, and her priests had great influence in the city and held civil office. The writer admonished the gentile Christian recipients of the letter to understand themselves to be in the true light of the kyrios Jesus, and to conduct their lives accordingly and bear fruit of His true light.