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2026, Heft 2: Leben und glauben mit Beeinträchtigungen
Aufsätze
- Carsten Claußen: Der schwache Apostel. Paulus als Mensch mit Beeinträchtigungen und Behinderungen→ English Summary
- Thorsten Graff: Da kann ja jede(r) kommen! Gemeinde „All-Inclusive“ → English Summary
Predigtwerkstatt
- Oliver Pilnei: „Geht’s raus und spielt’s Fußball.“ Predigt mit 2Tim 3, 14-4, 2aund Kol 3, 12-15 zur Aussendungsfeier der Theologischen Hochschule Elstal 2024
- Kommentar zur Predigt von Oliver Pilnei (Gert Steyn)
Zum Inhalt
Dieses Theologische Gespräch widmet sich dem Leben und dem Glauben unter den Bedingungen, dass Beeinträchtigungen bestehen. Spätestens seit den 1960er-Jahren hat ein Umdenken angefangen: Von dem Fokus auf Menschen, die mit Behinderungen leben müssen, hin zu den Behinderungen und Barrieren, die Menschen mit Beeinträchtigungen in der Gesellschaft erleben. Was bedeutet dieser Perspektivwechsel für den christlichen Glauben, speziell für zwei Bereiche: für die Auslegung von Bibeltexten und für die Gestaltung von Gemeinde bzw. Kirche Jesu Christi?
Carsten Claußen, Professor für Neues Testament an der Theologischen Hochschule Elstal, gibt mit seinem Beitrag einen Einblick in die Entstehung und Entwicklung der Disability Studies und gewährt exegetisch-theologische Einsichten in den Umgang der Bibel mit der Realität von Beeinträchtigungen. Dabei fasst er besonders den Apostel Paulus als Menschen mit Beeinträchtigung ins Auge seiner Überlegungen: Welcher Art könnten diese Beeinträchtigungen gewesen sein und wie ging der Apostel mit ihnen um? Im Hinblick auf seinen Glauben, aber auch und besonders im Hinblick auf seinen Dienst für die Gemeinden? Und Thorsten Graff, Pastor und Leiter des Konzernbereichs Seelsorge-Theologie-Ethik der Immanuel-Albertinen Diakonie, greift in seinem Beitrag vor allem die Perspektive der zuletzt Genannten, also der Gemeinden und Kirchen auf: Was bedeutet Inklusion und wie kann Gemeinde Jesu Christi so gestaltet werden, dass sie im weiten wie im engen Sinne inklusiv ist? Anhand praktischer Fragen können sich Gemeinden und Kirchen auf den (weiteren) Weg machen, um inklusiv zu sein oder auch zu werden – und dies auch aus theologischer Überzeugung, denn: Graff bietet in seinem Beitrag nicht zuletzt ein theologisches Plädoyer dafür, dass Inklusivität keine Option für Kirche und Gemeinde ist, sondern Kernanliegen des Evangeliums, das sie verkündigt. In der Predigtwerkstatt liegt die Predigt von Oliver Pilnei, Professor für Praktische Theologie an der Theologischen Hochschule Elstal (BEFG), auf der „Werkbank“, die er Studierenden anl.sslich ihrer Absolvierung von der Hochschule in Elstal mit auf den Weg gegeben hat; und Gert Steyn, Professor für Neues Testament an der Theologischen Hochschule Ewersbach (BFeG), und selbst langjähriger Lehrer und Begleiter von Studierenden, bespricht die Predigt aufmerksam und zugewandt. An dieser Stelle möchte ich mich bei den Leserinnen und Lesern des Theologischen Gesprächs verabschieden und mich für die Lektüre und für das Interesse an unserer Zeitschrift bedanken. Aufgrund eines anstehenden Dienstwechsels scheide ich aus dem Herausgeberkreis und aus der Schriftleitung aus. Ich blicke sehr dankbar auf die letzten Jahre mit dem Theologischen Gespräch und auf die Weggemeinschaft mit allen, die am Erscheinen der Hefte beteiligt sind. Ich wünsche diesen und allen Leserinnen und Lesern Gottes Segen für den weiteren Weg.
Maximilian Zimmermann (Schriftleitung)
Summaries
Carsten Claußen: Der schwache Apostel. Paulus als Mensch mit Beeinträchtigungen und Behinderungen: This essay offers an overview of the history of Disability Studies, from its origins in the nineteenth century through the rise of the disability and disability-rights movements in the 1960s to the present. It then surveys the historiography of disability-critical and disability-informed exegesis of New Testament texts. After examining the biblical perspective as a whole and analysing the relevant Greek terminology (primarily in the New Testament), the essay briefly reviews debates about the identification of the Apostle Paul’s impairments and proceeds to consider Paul’s interpretation of his physical conditions as both personal weakness and a Christological strength.
Thorsten Graff: Da kann ja jede(r) kommen! Gemeinde "All-Inclusive": The first part of this essay defines the concept of inclusion by tracing its origins and outlining its significance. The second part provides a list of questions churches can use to assess their current level of inclusion and to identify and plan future steps for improvement. The third part offers a theological reflection on inclusion and examines its implications for ecclesiology. This section begins from a broad understanding of inclusion, stressing that barriers and obstacles are not only physical but also originate in attitudes and ways of thinking.