Aufsätze
- Volker Spangenberg: Das „Stiefkind unseres Gemeindelebens“? Zur Abendmahlsfeier im deutschen Baptismus → English Summary
- Andrea Klimt: Abendmahl mit Kindern? Mitwachsenden Glauben fördern und begleiten → English Summary
Predigtwerkstatt
- Alexander Gimbel: Zum Staunen schön. Predigt über Psalm 104
- Kommentar zur Predigt von Alexander Gimbel über Psalm 104 (Axel ter Haseborg)
Zum Inhalt
Wenn wir uns in diesem Heft dem Thema Abendmahl zuwenden, berühren wir damit ein zentrales Merkmal des christlichen Glaubens und Lebens. Dieses wird nicht nur theoretisch diskutiert, sondern im Rahmen der Praxis christlichen Gottesdienstes und christlicher Frömmigkeit gelebt. Mit den beiden Aufsätzen zum Abendmahl nehmen wir die freikirchliche, insbesondere die baptistische Praxis der Abendmahlsfrömmigkeit, die natürlich bestimmte theologische Entscheidungen widerspiegelt, in den Blick.
Der Aufsatz „Das ,Stiefkind unseres Gemeindelebens'? Zur Abendmahlsfeier im deutschen Baptismus", verfasst von PROF. DR. VOLKER SPANGENBERG, Professor für Praktische Theologie an der Theologischen Hochschule Elstal, reflektiert historische, dogmatische und praktisch-theologische Entwicklungen der Abendmahlspraxis im deutschen Baptismus und bezieht dabei auch den entsprechenden Abschnitt zum Abendmahl in der „Rechenschaft vom Glauben" ein, dem aktuellen Bekenntnis des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden. PROF. DR. ANDREA KLIMT, Professorin für Praktische Theologie an der Theologischen Hochschule Elstal, skizziert mit ihrem Aufsatz „Abendmahl mit Kindern? Mitwachsenden Glauben fördern und begleiten" die Entwicklung und Diskussion zum Thema im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden und plädiert mithilfe religionspädagogischer Argumente für eine Öffnung des Abendmahls für Kinder. Wie im letzten Heft widmet sich die Predigtwerkstatt dem Thema „Schöpfung". Grundlage der Predigtwerkstatt ist eine Predigt über Psalm 104 „Zum Staunen schön" von ALEXANDER GIMBEL, Pastor der Freien evangelischen Gemeinde Karlsruhe. Kommentiert wird die Predigt von AXEL TER HASEBORG, evangelisch-freikirchlicher Pastor und Seelsorger am Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus in Hamburg. Mit diesem Heft verabschieden wir uns mit großer Dankbarkeit von Volker Spangenberg, der Ende Juli in den Ruhestand tritt. Seit 2007 war er Mitherausgeber unserer Zeitschrift, hat wertvolle Artikel beigetragen, in den letzten Jahren alle Artikel mitredigiert und im Herausgeberkreis hilfreiche und weiterführende Impulse gegeben. Seine theologische und sprachliche Kompetenz wird uns fehlen. Für den neuen Lebensabschnitt wünschen wir ihm Gottes reichen Segen.
Michael Kißkalt (Schriftleitung)
Summaries
Volker Spangenberg: Das „Stiefkind unseres Gemeindelebens“? Zur Abendmahlsfeier im deutschen Baptismus: In the history of the German Baptist churches the problematical question of the celebration of the Lord’s Supper has been repeatedly thematised. Matters such as frequency, preconditions for participation, integration with other churches in worship services, procedures and form of the celebration have been considered. Even the meaning of the Lord’s Supper was disputed and explanations often took the form of disaffirmation of rejected understandings (such as trans- and consubstantiation etc.). During this history, the practice of fellowship meals as a supplement to the Lord’s Supper was established. The author shows important lines and developments of this discussion, taking into account areas such as ecclesiology, liturgy, and pastoral care. He depicts the current practice and gives a variety of suggestions on the implementation and forms of celebrating the Lord’s Supper, which use, in part, the procedures developed by the Regional Churches in Germany.
Andrea Klimt: Abendmahl mit Kindern? Mitwachsenden Glauben fördern und begleiten: Locally autonomous churches have to decide if children should be allowed to partake of the Lord’s Supper, whereby the understanding of the connections and the right sequence of faith, Lord’s Supper and baptism is decisive. Traditionally, the precedence of baptism was required. This has been put into question by the increasing practice of open celebration of the Lord’s Supper. In the German Lutheran Churches (EKD), the confirmation was instead required as a prerequisite for participation, in particular because of the conscious confession of faith that is a part of the confirmation ceremony. Proponents of children’s participation point to the growing faith of the child, which can find expression appropriate to its age in the celebration of the Supper. An intrinsic religious motivation fitting for the child should not be considered as merely cognitive. Congregations could strive to make informed choices on this matter. If you understand the Lord’s Supper as “open”, you should also invite children.