2019, Heft 1: Martin Luther King und christliches Friedensengagement heute

Aufsätze

  • Michael Haspel: Martin Luther King, Jr.´s Theologie der Freiheit und Gerechtigkeit. Schwarze Kirche, Südstaatenbaptismus und Bostoner Personalismus → English Summary
  • Johannes Reimer: Im Einsatz für den Frieden. Die Weltweite Evangelische Allianz auf der Suche nach einer neuen umfassenden Mission → English Summary

Predigtwerkstatt

  • Mira Ungewitter: Jesus und Maria von Magdala am Grabe. Predigt über Johannes 20, 1-18
  • Kommentar zur Predigt von Mira Ungewitter (Tom Herter)
  • Uwe Swarat: "Suche Frieden und jage ihm nach!" (Psalm 34,15) Systematisch-theologische Überlegung zur Jahreslosung 2019 in homiletischer Absicht

Zum Inhalt

Der 50. Todestag von Martin Luther King Jr. Am 4. April 2018 und sein 90. Geburtstag am 15. Januar 2019 sind ein guter Anlass, sich in dieser Ausgabe des Theologischen Gespräch dessen Lebenswerk vor Augen zu halten und danach zu fragen, in welcher Weise Christen heute friedenspolitisch tätig sein können. Dass Christen sich aufgrund des Evangeliums als Grund und Inhalt ihres Glaubens und Lebens in besonderer Weise für Frieden und Versöhnung einsetzen können, liegt auf der Hand – unter der Voraussetzung, dass sich der christliche Glaube nicht machtpolitisch instrumentalisieren lässt, wie es in der Geschichte leider immer wieder geschah.
In seinem Aufsatz zu Martin Luther King zeichnet Prof. Dr. MICHAEL HASPEL, der eine Forschungsstelle am Martin-Luther-Institut der Universität Erfurt innehat, kenntnisreich die Wurzeln und die Entwicklung der Theologie und des Engagements des baptistischen Pastors und Menschenrechtler nach. Er deckt dabei manche überraschenden Wendungen in dessen Leben und Denken auf, um Martin Luther King abschließend als „Baptisten höherer Ordnung“ zu würdigen.
Wie der Einsatz für Frieden und Versöhnung auch Teil der christlichen Mission sein kann, zeigt sich indem 2016 gegründeten Peace and Reconciliation Network der Weltweiten Evangelischen Alllianz. Prof. Dr. JOHANNES REIMER, Professor für Missionswissenschaften und Interkulturelle Theologie an der Theologischen Hochschule in Ewersbach, wirkt als Direktor dieses Netzwerkes in verschiedenen Brennpunkten und beschreibt in seinem Aufsatz die theologische Begründung und die praktische Arbeit des Netzwerkes.
Die Predigtwerkstatt bietet eine Predigt von MIRA UNGEWITTER, Pastorin in der „Projekt:Gemeinde“ Wien, über die Begegnung der Maria von Magdala mit dem auferstandenen Christus nach Johannes 20,1-18. Kritisch würdigend wird die Predigt kommentiert von TOM HERTER, Pastor der Freien evangelischen Gemeinde Osnabrück.
Die Predigtwerkstatt wird in diesem Heft durch eine systematisch-theologische Besinnung in homiletischer Absicht zur Jahreslosung 2019 ergänzt. Ich danke meinem Kollegen Prof. Dr. UWE SWARAT, Professor für Systematische Theologie und Dogmengeschichte an der Theologischen Hochschule Elstal, der sich auf meine Bitte hin bereit erklärt hat, dem Theologischen Gespräch seinen Vortrag beim Advents-Pastoralkonvent am 5. Dezember 2018 in Elstal zur Veröffentlichung zur Verfügung zu stellen.

Michael Kißkalt (Schriftleitung)

Summaries

Michael Haspel: Martin Luther King, Jr.´s Theologie der Freiheit und Gerechtigkeit. Schwarze Kirche, Südstaatenbaptismus und Bostoner Personalismus: Martin Luther King was as much a theologian as a political activist. His theology of freedom and social justice originated within a specific „black“ American Baptist environment, which stands self-consciously in association with other such churches in the Afro-American tradition. In spirituality and theology, the elements of suffering, slavery and liberation are particularly emphasized. King’s relatively liberal theological positions led him to pose critical questions regarding the virgin birth, the bodily resurrection and substitutionary atonement. Yet the Baptist covenant theology and a congregationalist ecclesiology remained influential on King. He combined elements of traditional black Baptist theology with concepts of the Social Gospel and Boston Personalism to develop his theology of love, liberation and justice. Thus, he can be understood, borrowing a phrase from Schleiermacher, as a Baptist of higher order.

Johannes Reimer: Im Einsatz für den Frieden. Die Weltweite Evangelische Allianz auf der Suche nach einer neuen umfassenden Mission: The World Evangelical Alliance established a Peace and Reconciliation Network in 2016, which strives through training and deeds to contribute to the biblical peace commission. This commission has hitherto been insufficiently acted upon, particularly with regard to the area of social harmony. The one-sidedness of the Lausanne Declaration has been overturned and reconciliation with God is now understood to be inseparable from reconciliation with one another. The guidelines of the network describe evangelical peacetheology as being rooted in God, biblical, Christ-centred, Spirit-inspired, pertaining to the context and promoting the local congregation. Churches and missions should be motivated through training and support to carry out more work to promote peace. Campaigns to this end are being carried out and more are being planned.