Diese Ausgabe des THEOLOGISCHEN GESPRÄCHS ist eine besondere, weil sie ganz und gar von dem Bericht des Forschungsprojektes „Faktoren des Gemeindewachstums“ gefüllt wird. Wir hoffen auf Verständnis, dass deswegen die sonst übliche Predigtwerkstatt entfällt. Der Forschungsbericht wurde von mehreren Autorinnen und Autoren verfasst, weil zur interdisziplinären Projektgruppe, die sich 2008 konstituiert hat, die Theologische Hochschule, die Evangelisch-Freikirchliche Akademie und der Dienstbereich Mission des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) in Elstal gehören.

Unter der Fragestellung, warum manche Gemeinden numerisch wachsen und andere nicht, wurden Gemeinden im BEFG in den Blick genommen, die in einem Zeitraum von zehn Jahren um mehr als 15% gewachsen waren. Nach zwei Befragungsrunden der Leitungen dieser Gemeinden liegen nun Ergebnisse vor, die die Gemeindearbeit unmittelbar herausfordern.

Dass es beim Thema Gemeindewachstum nicht nur um numerisches Wachstum im Blick auf die Mitgliedszahlen geht, sondern auch das Wachstum in der Liebe und im Glauben thematisiert werden muss, ist den Autoren bewusst. Die Fragestellungen und Ergebnisse der Studie werden diese Dimensionen des Wachstums immer wieder berühren.

Der Forschungsbericht endet mit konkreten Fragen, die es Gemeinden ermöglichen, gemeinsam die für ein Gemeindewachstum relevanten Fragen miteinander zu diskutieren. Der diesem Heft beigelegte Fragebogen kann außerdem von Gemeindeleitungen dazu verwendet werden, die eigene Gemeinde in der gleichen Weise in den Blick zu nehmen, wie es die an der Studie beteiligten Gemeindeleitungen getan haben. Dazu darf der Fragebogen gerne vervielfältigt werden. Wenn in einer Sitzung jedes Gemeindeleitungsmitglied seinen Fragebogen ausgefüllt hat, kann ein Mittelwert aller Antworten errechnet und mit den Ergebnissen wachsender oder durchschnittlicher Gemeinden verglichen werden. Eine dafür vorbereitete Excel-Tabelle findet sich auf der Homepage der Theologischen Hochschule Elstal. Eine Gemeindeleitung kann aber auch nach dem Ausfüllen der Fragebögen gezielt die für ein Gemeindewachstum relevanten Fragen in den Blick nehmen, um sich zunächst auf eine gemeinsame Einschätzung der eigenen Gemeindesituation zu verständigen. Danach können die wichtigsten Herausforderungen und Potentiale für ein Gemeindewachstum ermittelt und daraus notwendige Veränderungen für den Gemeindealltag ableiten werden.

Als „THEOLOGISCHES GESPRÄCH“ sind wir dankbar, mit dieser Ausgabe darstellen zu können, wie wissenschaftliche Forschung und praktische Anwendung ineinander greifen.

Michael Kißkalt (Schriftleitung)

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