Evangelische Freikirchen, wie sie sich im Bund Evangelisch-Freikrichlicher Gemeinden (BEFG) oder im Bund Freier evangelischer Gemeinden (BFeG) zusammenfinden, sind in kritischer Abgrenzung zu den prostestantischen Staats- und Landeskirchen entstanden. Trotzdem war ihnen immer bewusst, dass die Kirche Jesu Christi größer ist als ihre eigenen Gemeinschaften. Von Anfang an haben sie die interkonfessionelle Vernetzung gesucht, anfangs vor allem in der Evangelischen Allianz, aber auch in gemeinsamen Aktivitäten mit anderen Kirchen und Missionsverbänden. 


Dr. MARKUS IFF, Professor für Systematische Theologie und Ökumenik an der Theologischen Hochschule des BFeG Ewersbach, beschreibt in seinem Artikel "Reformatorisches Erbe und Perspektiven für Gemeinschaft in Zeugnis und Dienst - Freie evangelische Gemeinden (FeG) und die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE)", wie sich diese Freikirche im Gespräch mit dem europäischen Verband von lutherischen, Reformierten, unierten und methodistischen Kirchen öffnet, dabei aber auch ihr konfessionelles Erbe deutlich zur Sprache bringt. 
Dass der Prozess des freikirchlichen Diskurses auch das theologische Selbstverständnis der Freikirchen in Bewegung bringt, zeigt der Artikel von Dr. OLIVER PILNEI: "Neue Entwicklungen in der baptistischen Tauftheologie und Taufpraxis". Pilnei, Leiter der Evangelisch-Freikirchlichen Akademie in Elstal, vertritt den BEFG in diversen zwischenkirchlichen Gesprächen. 
Eine andere Entwicklung erleben die Baptisten in Österreich, die sich zusammen mit anderen Freikirchen zu "Freikirchen in Österreich" zusammengeschlossen haben, um in Österreich anerkannte Kirche zu sein. WALTER KLIMT, Generalsekretär des Baptistenbundes in Österreich, ehrenamtlicher Pastor in der baptistischen Projekt:Gemeinde in Wien, ehemaliger Vorsitzender von "Freikirchen in Österreich" und deren derzeitiger Kassierer, beschreibt den Prozess des Zusammenwachsens der Freikirchen und dessen theologische Hintergründe. 
In der Predigtwerkstatt wird eine Predigt von MARCUS SCHÄFER, Pastor der FeG Ewesbach, zum "Schätze sammeln" (Mt 6,19-24) präsentiert. Aus verschiedensten theologischen Blickwinkeln wird die Predigt kommentiert von BERND DENSKY, Pastor im BEFG und derzeit freikirchlichen Referent der Ökumenischen Centrale (Geschäftsstelle der ACK) in Frankfurt am Main.
So will diese Ausgabe des THEOLOGISCHEN GESPRÄCHS dazu ermutigen, sich dem zwischenkirchlichen Diskurs zu öffnen und keine Angst vor Veränderungen zu haben. Nur Kirchen und Gemeinden, die im Gespräch mit anderen sind, können sich den aktuellen gesellschaftlichen Veränderungen stellen und sich dabei in Treue zu sich selbst weiterentwickeln. 

Michael Kisskalt (Schriftleitung)

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