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Fragen um die Erhaltung der Schöpfung und eine verantwortungsvolle Ökologie beschäftigen die Menschen seit etlichen Jahrzehnten. Auch die christliche Theologie hat sich zunehmend dieses Themas angenommen. Ausgangspunkt war dabei die über viele Jahrhunderte vorherrschende Perspektive einer Trennung zwischen der Schöpfung einerseits und dem Menschen, der über die Schöpfung herrscht und sie gestaltet, andererseits. Mehr und mehr wurde dann im 20. Jahrhundert das „Herrschen“ des Menschen über die Schöpfung im Sinne eines schützenden und bewahrenden menschlichen Agierens gedeutet. Auch hierbei blieb die Schöpfung allerdings nach wie vor Objekt des menschlichen Handelns. In der neueren Schöpfungstheologie ist man daher sehr darum bemüht, die Schöpfung als ein Subjekt wahrzunehmen, zu dem auch der Mensch gehört und das er nicht von sich weg objektivieren kann. Die in diesem Heft vorliegenden Aufsätze zeigen die politischen und die spirituellen Implikationen dieser neuen Sicht der Schöpfung auf.

Der methodistische Theologe Prof. MICHAEL NAUSNER (Ph.D.), Forscher an der Einheit für Forschung und Analyse der Schwedischen Kirche in Uppsala und affiliierter Professor für Systematische Theologie an der Theologischen Hochschule in Stockholm, diskutiert in seinem Aufsatz „Vom Zusammenwirken alles Geschaffenen. Ein theologisches Plädoyer für die Weitung des politischen Raumes“ den Vorwurf der fehlenden Relevanz der christlichen Theologie in politischen und ökologischen Fragen und argumentiert aus theologischer Perspektive, wie man der Schöpfung in der politischen Diskussion eine Stimme geben kann und muss. Der zweite Aufsatz von Dr. HEINRICH CHRISTIAN RUST, Pastor i.R. im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden und theologischer Dozent, skizziert die Entwicklung der Schöpfungstheologie in der Ökumene und gibt biblisch und theologisch fundierte Anregungen für ein Nachdenken über „Spiritualität in der Schöpfungsgemeinschaft“.

In der Predigtwerkstatt wird, wie im letzten Heft, eine Predigt anlässlich eines Gottesdienstes zum Abschluss des Studiums und zum Semesterende an einer Theologischen Hochschule vorgestellt. Der Predigt „Zwischen den Zeiten“ von CHRISTIAN BOUILLON, Dozent für Praktische Theologie an der Theologischen Hochschule Ewersbach, liegt als biblischer Text Exodus 13, 20-22 zugrunde. Kommentiert wird die Predigt von Prof. Dr. ANDREA KLIMT, Professorin für Praktische Theologie an der Theologischen Hochschule Elstal.

Michael Kißkalt (Schriftleitung)

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