Willkommen

Herzlich Willkommen auf der Homepage des Theologischen Gesprachs.

Theologische Reflexion ist immer eng verflochten mit dem jeweiligen Lebenskontext. Dieser Kontext umfasst viele Aspekte wie z. B. die kulturelle Geschichte und Prägung, die aktuellen politischen und wirtschaftlichen Gegebenheiten, die welanschaulichen und philosophischen Denkformen. All dies wirkt auf theologische Inhalte und Formen ein. Umgekehrt kann Theologie wiederum auf den Kontext Einfluss nehmen und die sie umgebende Welt prägen. Diese wechselseitigen Verflechtungen zwischen „Welt“ und Theologie haben in den letzten Jahrzehnten dazu geführt, dass man Theologie und die daraus entstehende Praxis der Kirchen kritisch nach ihrer Kontextualität befragt. Die beiden in diesem Heft vorliegenden Aufsätze tun dies im Blick auf die Situation von Migration und auf die Weltbezogenheit von Mission.


CLAUDIA JAHNEL, Professorin für Interkulturelle Theologie und Körperlichkeit an der Evangelisch-Theologischen Fakultät an der Ruhr-Universität Bochum, untersucht in ihrem Aufsatz „Theologie im Kontext von Migration und Postmigration. Postkoloniale und interkulturelle Perspektiven“, wie man sich theologisch angemessen dem Thema der Migration annähert, ohne – mit besten Absichten – in fixierende Stereotypen zu verfallen. Das besondere theologische Ziel bestehe darin, sich eigene Festlegungen bewusst zu machen und sich auf einen offenen Diskurs einzulassen, damit am Ende dann ein Mehr an Gerechtigkeit entsteht.
In einem anderen Sprachduktus, aber inhaltlich in einer ähnlichen Richtung, insistiert JOHANNES REIMER, Professor für Missionswissenschaft und Interkulturelle Theologie an der Theologischen Hochschule Ewersbach und Leiter des Netzwerks für Frieden und Versöhnung in der Weltweiten Evangelischen Allianz, in seinem Aufsatz „Die Welt als Arbeitsfeld. Zur Korrelation von Mission und Welt“, dass Gott immer das Heil der Welt im Blick hat und die christliche Mission von daher nur weltbezogen zu denken ist. Er begründet diese These insbesondere mit dem alttestamentlichen Jobeljahr (Lev 25), das Jesus in seiner Antrittsrede in Nazareth (Lk 4) aufgreift.
In der Predigtwerkstatt wird eine Predigt von MATTHIAS LINKE (Pastor i. R., BEFG) über Johannes 1, 43-51 vorgestellt, die er im Juli 2019 anlässlich der Aussendungsfeier an der Theologischen Hochschule in Elstal gehalten hat. Die Predigt kommentiert Pastor HENRIK OTTO, Bundessekretär für die Region Süd im Bund Freier evangelischer Gemeinden.
Ein Hinweis in eigener Sache: Nach vielen Jahren ohne Preisänderungen werden ab 1. Januar 2021 die Preise für das THEOLOGISCHE GESPRÄCH leicht angehoben. Wir bitten um Verständnis für diese moderate Erhöhung und hoffen, dass das THEOLOGISCHE GESPRÄCH weiterhin viele interessierte Leserinnen und Leser findet.

Michael Kisskalt (Schriftleitung)

Social Share: