Nachruf Rudolf Bohren

Am 1. Februar 2010 starb Rudolf Bohren kurz vor seinem 90.Geburtstag in Heidelberg, wo er zuletzt von 1974 bis 1988 den Lehrstuhl für Predigtlehre (Homiletik) und Seelsorge ( Poimetik) inne hatte.
Der Schweizer reformierte Theologe war ein Schüler Eduard Thurneysends und Karl Barths. 1920 in Grindelwald geboren, studierte er in Bern und Basel, wo er bei Oscar Cullmann mit einer Dissertation über „Das Problem der Kirchenzucht“ promovierte.
13 Jahre lang, von 1945-1958, war er Pfarrer in Schweizer Gemeinden.
1958 erhielt er den Ruf als Praktischer Theologe an die Kirchliche Hochschule Wuppertal. Dort entstand die an der Pneumatologie orientierte Predigtlehre, die eine Generation von, auch Freikirchlichen, Predigern prägte und womit sein Name weit bekannt wurde und einen unverwechselbaren Klang erhielt. Bis nach Indien, vor allem aber nach Japan drang sein Ruf. Dort kam es 1990 durch seinen Schüler Tsuneaki Kato zu einem Japanischen Katechismus, die japanische Antwort auf den Heidelberger Katechismus. Auch das Baptist Theological Seminary in Rüschlikon/Schweiz sah und hörte den immer mit gesammelter Konzentration Vortragenden.
Rudolf Bohren war ein leidenschaftlicher Prediger bis ins hohe Alter. Davon geben Zeugnis seine zahlreichen Predigtbände. Auf seine Initiative gehen zurück die Gründung der Predigtforschungsstelle in Heidelberg 1974, die bedeutende Predigtnachlässe sammelt und der 1988 von ihm ins Leben gerufene ökumenische Verein zur Förderung der Predigt. Er hinterlässt ein umfangreiches theologisches Werk und unübersehbare Spuren dichterischen und schriftstellerischen Schaffens. Zum ersten zählen auch die 6 Bände seiner gesamten Vorlesungen, zum zweiten eine Vielzahl von Aufsätzen und Lyrikbände, die den Dichter Rudolf Bohren mit seinem Gespür für Sprache zu Worte kommen lassen.
Wer Rudolf Bohren kannte, ihn predigen, lehren und diskutieren hörte, wer ihn liest, den wehte und weht die befreiende Luft, der Geist des größten Theologen, des 20. Jahrhunderts, Karl Barths, ins Gesicht, aus dessen Schatten aber schon der 32jährige mit seinem ersten, 1952 erschienenem, Predigtband Der Ruf in die Herrlichkeit bewusst heraustrat. Darin lässt Rudolf Bohren in der Kunst des Predigtmalens die gewaltige Natur seiner Schweizer Heimat mitpredigen. Davon zeugt auch seine Naturlyrik, die zur Andacht führt. Dazu zählen: Bohrungen (1967), heimatkunst (1987), berge weinberge (2004).
Mir erscheint sein letztes Buch, das der 87jährige zum Calvin-Gedenkjahr schrieb: Beten mit Paulus und Calvin ein Denkmal und Dank Rudolf Bohrens an seinen Lehrer Karl Barth. Die Herausgabe seiner Vorlesungen schließt mit dem 6. Band: Große Seelsorger-große Heilige Mit dem Tod von Rudolf Bohren hat die Kirche auch einen ihrer großen Seelsorger verloren, „aber er redet noch, obwohl er gestorben ist“ ( Hebr. 11,4 )

Professor Dr. med. Rudolf Meyendorf
Nussbaumstraße 30, 80336 München

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